Sie sind vom Strategiewechsel der Telekom betroffen (ISDN)?

Sie sind vom Strategiewechsel
der Telekom betroffen (ISDN)?

Hundert Jahre lang wurde analog telefoniert, bis zur Einführung von ISDN, als hierzulande die Deutsche Bundespost Anfang der 1980er Jahre ihre Ortsvermittlungsstellen zu digitalisieren begann. Zum Jahreswechsel 2018/19 stand nun der nächste Generationenwechsel an: Die Deutsche Telekom hat im Zuge ihrer All-IP-Strategie wiederum die ISDN-Anschlüsse abgeschaltet, alle Kundenverträge gekündigt und auf IP-basierende Lösungen gewechselt.

Die Kommunikation hunderttausender Unternehmen in Deutschland ist davon betroffen, denn sie verwenden ISDN bei weitem nicht nur für die reine Telefonie, sondern auch für Datenübertragung. So nutzen viele für ihre EDI-Kommunikation die Telebox als klassisches Mailbox-System der Telekom. Dabei werden die Nachrichten über BusinessMail X.400 ausgetauscht, zu dem das ISDN-Netz bisher ein bevorzugter Zugangsweg war. Da der ISDN-Anschluss nun wegfällt, die EDI-Lösung aber auf ISDN angewiesen ist, ist die Telebox auf einmal unerreichbar.

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Die Alternativen zu ISDN

Was tun? Jetzt sind alternative Kanäle gefragt. Die Telekom bietet zum Beispiel eigene Protokolle an, um auch weiterhin X.400 zu nutzen. Oder aber man setzt gleich auf weiter fortgeschrittene Standards wie AS2 oder OFTP2. Vorteil dabei: Sie lassen sich sowohl als direkte, webbasierte Kommunikationskanäle zu Handelspartnern nutzen, die ebenfalls AS2 bzw. OFTP2 einsetzen. Zusätzlich kann man über das sogenannte AS2-Gateway der Telekom das X.400-Netz ansprechen – ohne dafür ISDN zu benötigen!

AS2 erfüllt durch Verschlüsselung und Signatur zudem sehr hohe Standards, was Echtheit und Unversehrtheit der Nachrichten angeht. Ähnlich ist es mit OFTP2, dem von der ODETTE (Organisation for Data Exchange by Tele Transmission in Europe) empfohlenen Standard für elektronischen Geschäftsverkehr. Allerdings muss es hier zwingend Version 2 sein, denn das reine OFTP basiert wiederum auf ISDN. Mit einer Lösung wie i‑effect®, die sowohl einen einfachen, alternativen Zugang zu X.400 schafft als auch die Nutzung zeitgemäßer Protokolle wie AS2 oder OFTP2 ermöglicht, ist die Flexibilität zweifellos am größten.

Ein Wechsel scheint auf den ersten Blick unbequem. Denn EDI läuft als Middleware unauffällig im Hintergrund und so lange alles funktioniert, gibt es keinen Grund, daran etwas zu rütteln. In der Automobilindustrie ist die EDI-Kommunikation über ISDN mit Hilfe des OFTP-Protokolls ein Fundament der IT-Automatisierung; die Prozesse sind tief mit den jeweiligen ERP-Systemen verwoben. Doch Fakt ist: Bis spätestens Ende 2018 mussten sich IT-Abteilungen eine neue Strategie überlegt haben, was ihren elektronischen Datenverkehr angeht. Sie mussten ihre EDI-Systeme bzw. -Lösungen auf Internetkommunikation umstellen und wenn das nicht ging, sich nach Alternativen umsehen.

Die All-IP-Umstellung ist im Übrigen keine „Zwangsumstellung“, sondern rechtlich beendet ein Vertragspartner (die Telekom) das bestehende Vertragsverhältnis mit seinem Kunden. Daher muss jedes Unternehmen für die Neueinrichtung der EDI-Umgebung auch selbst aufkommen – wenn der bisherige Konverter unter normalen Umständen noch weitere hundert Jahre seinen Dienst getan hätte…